USA | Sequoia National Park

Sequoia Nationalpark oder: Die Mitte liegt näher am Ende als am Anfang

Wir verlassen das Death Valley und machen uns auf einen der längsten Abschnitte unserer Reise. Vom Death Valley bis zum Sequoia Nationalpark sind es über 300 Meilen und wir haben schon den halben Tag um. Wir beschließen mindestens 3/4 der Strecke zu fahren und dann bei einer passenden Gelegenheit zu campen.

Als wir die Berge hinter uns lassen, die das Death Valley umkesseln, fahren wir schon auf die Bergkette zu, in der der Sequoia als auch der Yosemite National Park liegen. Imposant! Wir lassen uns von unserem Navi etwas in die Irre führen und nehmen den kürzesten Weg, anstelle des Schnellsten. Dieser führt uns allerdings durch Serpentinen und wir kommen stellenweise nur mit 20 mph um die Kurven. Die Landschaft ändert sich massiv. Wo vorher Trockenheit und Steinlandschaft vorherrschten, sind es nun dichtbewaldete Büsche, die immer mehr Bäumen weichen. Aber auch das Thermometer sinkt. Im Death Valley waren es noch knappe 100 Fahrenheit und hier in den Bergen sind es zur heißesten Stunde des Tages nur noch 60. Huiuiuiui!

Zw. Death Valley und Sequoia
Auf dem Weg zum Sequioa

Wir durchqueren auch noch eine Stadt, in der wir unsere Vorräte aufstocken können. Leider machen wir einen kleinen Fehler, der uns am Ende eine Stunde kosten wird. Wir finden auch auf der Strecke keinen passenden Zeltplatz und als es schon 20 Uhr ist und es langsam etwas dunkler wird, sind wir so nah am Eingang vom Nationalpark, dass wir einfach weiter fahren. Um 21 Uhr erreichen wir dann den Eingang. Wir fahren hinein in den Wald und es ist stockfinster. Unsere Befürchtungen bewahrheiten sich, denn die schönen Campingplätze sind alle voll.

Der nächste Zeltplatz mit freien Plätzen ist der Dorst Creek Campground. Er liegt auf 2048 m! Nun gut, fahren wir dorthin. Es ist stockfinster und wir fahren im schneckentempo hoch. Das Thermometer sinkt auf 40° Fahrenheit. O_o Wir brauchen ganze zwei (!) Stunden um auf den Campingplatz zu kommen. Und es ist sooo kalt. Wir nehmen uns einen freien Platz und bauen so leise wie möglich unser Zelt auf. Außerdem ist der Sequoia der erste Zeltplatz wo es Schwarzbären gibt und man alle seine Lebensmittel, aber auch Kosmetikartikel in eine Bärenbox einschließen MUSS. Wer das nicht macht und erwischt wird, muss Strafe zahlen. Wieso das Ganze? Wenn ein Schwarzbär auf einen Campingplatz kommt und etwas findet, kommt er wieder. Und er kann dann aggressiv werden. Bären die auf Campingplätzen etwas finden, werden leider erschossen. Wer mehr dazu lesen möchte, findet hier einen Artikel. Es ist auch schon passiert, dass Bären Autos aufgebrochen haben, um an das vermeintliche Essen zu gelangen. Als Tierschützer wollen wir das natürlich nicht riskieren und halten uns an die Vorschriften.

Es wird die kälteste Nacht unserer ganzen Reise. Wir werden immer wach, weil wir so frieren. Es fühlt sich komisch an, in einem Zelt zu liegen und zu wissen, dass es hier Schwarzbären gibt! Durch die Kälte, die uns in die Knochen kriecht sind wir zeitig wach. Wir packen alles wieder ein, denn die Nacht war unkomfortabel und wir erhoffen uns auf dem angeblich schönsten Campingplatz Lodgepole einen Platz zu ergattern. Bei der Abfahrt des Zeltplatzes zeigt unser Thermometer 37° Fahrenheit an und es scheint schon die Sonne! (Das sind 2,7°C!) Wir stehen bereits um 7 Uhr am Häuschen der Ranger, die uns allerdings mitteilen, wir könnten erst um 10 Uhr erfahren ob es einen freien Platz gibt.

Also fahren wir los, zum Giant Forest, dort wo der voluminöseste lebende Baum der Welt steht. Es ist während des Trails total kalt, aber atemberaubend, so eine magische Atmosphäre! Diese gigantischen Mammutbäume lassen einen ganz klein und unwichtig erscheinen. Und dann erreichen wir ihn. The General Sherman Tree. Er ist ein Riesenmammutbaum und zwischen 1900- 2500 Jahre alt. Das muss man sich mal vorstellen! Er ist fast 84 m hoch und hat einen Durchmesser von 31 m! Der Durchmesser seines größten Astes hat alleine 2 m. 😀 Sein Volumen beträgt 1486,9 m³ und seine Lebendmasse wurde 1938 auf 1,950 t geschätzt! Alleine der Durchmesser ist gigantisch. Diese Riesenmammutbäume bekommen wir nicht komplett auf unsere Weitwinkelkamera.

Gegen 10 Uhr stehen wir wieder am Ranger-Häuschen und wir haben Glück und bekommen einen freien Zeltplatz. Dieser Campground liegt ebenfalls auf 2048 m Höhe, es gibt hier wieder eine Rangerstation, Duschen, eine Laundry und auch ein Supermarkt. Unser Zeltplatz liegt fast am Waldrand und ist eigentlich ganz schön, allerdings deutlich kleiner als die bisherigen. Wir bauen unser Zelt auf und frühstücken erstmal. Freche Chipmunks rennen hier überall rum und versuchen etwas zu essen zu bekommen. Sie hüpfen auch auf die Autos und man muss aufpassen, nichts offen stehen zu lassen. Auf jedem Zeltplatz steht wieder die Bärenbox. An unserem Platz beginnt auch direkt der Trail „Tokopah Falls“, den wir am Mittag gehen. Das ist ein 3,4 km langer Trail, hin und zurück, vorbei an einem Fluss, durch wunderschöne Bäume, an Granitfelsen vorbei, hoch zu einem Wasserfall. Wir sehen ein Murmeltier und auch Schnee! O_o Es ist so wunderschön hier! ❤

Nachmittags gehen wir noch zur Rangerstation am Giant Forest, wo ein Ranger eine kleine Lehrstunde über die Schwarzbären hier gibt. Ich hatte mir etwas mehr Information erhofft, aber die Stunde war doch eher für Kinder gedacht.

Danach gehen wir noch einen kleinen Trail „The Big Trees Trail“, der einmal um eine schöne grüne Wiese führt, vorbei an imposanten Sequoias.

Abends grillen wir wieder, denn auch hier gibt es eine Feuerstelle mit integriertem Grill. Im Supermarkt wird man als Pflanzenfresser übrigens nicht so glücklich. Es gibt zwar eine minikleine Auswahl an Obst und Gemüse, aber zur Auswahl stehen da zwei Kartoffeln, drei Zitronen und eine Paprika. Getränke und Snacks findet man hier und jede Menge Souveniers. Am besten alles mitbringen, denn die Preise sind ordentlich.

Die Nacht wird insofern besser, dass wir besser auf die Kälte eingestellt sind und auch etwas zeitiger ins Zelt können. Spaß macht das allerdings nicht und wir beschließen am nächsten Tag zum dazugehörigen King´s Canyon zu fahren, da sich dieser nur auf 1412 m Höhe befindet und wir uns wärmeres Klima erhoffen.

Vorher starten wir allerdings noch einen anderen Trail, der direkt an unserem Zeltplatz beginnt. Schon nach wenigen steilen Schritten hört man keine Menschenseele und der Wald ist ruhig und friedlich. Die Bäume hier sehen schon uralt aus, dichtes Moos befindet sich auf den Stämmen. Leider kommen wir irgendwann an eine Stelle wo man durchs Wasser muss und da wir keine nassen Schuhe wollen, kehren wir zurück. Hier werden wir beim nächsten Mal aber nochmal lang gehen! 🙂

Danach verlassen wir Lodgepole und machen uns auf den Weg zum Kings Canyon National Park.

Was wir hier erlebt haben: Die kältesten Nächte im Zelt!

 

Fakten zum Sequoia National Park:

Der Sequoia National Park und der King´s Canyon National Park sind zwei Nationalparks, die direkt nebeneinander liegen und als eine Einheit zählen, sie liegen in der Sierra Nevada Californiens und umfassen zusammen eine Gesamtfläche von über 3500 km². Die beiden Nationalparks gehören mit zu den bekanntesten der USA und jedes Jahr kommen über 1,5 Millionen Besucher.

Gegründet wurde er am 25.9.1890.

In den beiden Nationalparks gibt es Höhen von 400 m bis 4000 m, dadurch gibt es eine vielfältige Flora und Fauna. Die Hauptattraktion sind die riesigen Mammutbäume, die über 80 m hoch werden können.

Die Gebirgskette der Sierra Nevada bildet die Ostgrenze der beiden Parks.Unter den zahlreichen viertausendern befindet sich hier auch der höchste Berg der USA außerhalb Alaskas, der 4418 m hohe Mount Whitney.

Im Sequoia Nationalpark sind KLima und Vegetation subalpin bis alpin. Im benachbarten Kings Canyon hingegen findet man sich unvermittelt in einem im Sommer heißen und trockenen Tal wieder, in welchem Wüstenpflanzen gedeihen. Die mäßigen Niederschläge fallen gleichmäßig auf das ganze Jahr verteilt.

Hier gibt es Schwarzbären, Waschbären, Fledermäuse, Füchse, Murmeltiere, Maultierhirsche und Mader.

Hier geht es zur offiziellen Seite.

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