USA | Zion National Park

Zion oder: Von einem schwarzen Hut, der bekannt wie ein bunter Hund ist!

P1140918

Wir machen uns morgens relativ früh auf den Weg, so dass wir gegen 10 Uhr am Zion National Park ankommen. Wir sehen schon beim Anfahren des Eingangs ein großes Schild mit dem Hinweis, das alle Campgrounds voll sind. Wir fragen nochmal nach, der Ranger bestätigt nur was wir schon lesen konnten. Wir fragen was mir machen können, um morgen einen Zeltplatz zu bekommen und er rät uns gegen 7 Uhr direkt am Zeltplatz zu sein. Außerdem drückt er uns eine Liste mit allen Zeltplätzen in einem Umkreis von 30 Meilen in die Hand.

Wir fahren zu erst den an, der sich gleich vor dem Eingang befindet, dort gibt es auch noch freie Plätze, allerdings für 35$ die Nacht und nicht schön. Also fahren wir zum nächsten. Das ist die Panderrosa Ranch, die ca. 7 Meilen entfernt ist. Die Strecke kommt uns mega lang vor. Als wir endlich ankommen, empfängt uns eine riesige Ferien-Anlage mit Minigolf, Golfcarts und Ziplining. Es gibt verschieden große Hütten zu mieten und Zeltplätze. Und wir haben Glück, es gibt noch drei freie Plätze. Das Zelten kostet pro Person 12$, Duschen, Wifi und Pool(!!) sind mit inbegriffen. Der Preis ist unschlagbar! Wir suchen uns den schönsten Platz aus und bauen das Zelt auf.

Danach fahren wir zurück zum Zion. Wir kommen durch den Osteingang, von wo man nochmal ca. 30 Minuten bis zum Visitor Center oder den Zeltplätzen braucht. Die Strecke ist allerdings unfassbar schön und atemberaubend! 🙂 Es ist unglaublich warm im Zion-Kessel. Wir fahren die beiden Zeltplätze South- und Watchman-Campground an. Auf den Watchman kommt man nur mit Reservierung (zumindest in den Ferien). Die sehr nette Rangerin schaut nach ob wer abgesagt hat und empfiehlt uns am nächsten Tag früh am South zu sein. Dort bekommen wir dann noch den Tipp besser um 6 Uhr in der Früh da zu sein, da es dann erfahrungsgemäß ziemlich sicher mit einem Platz klappt.

Am Visitor Center decken wir uns noch mit Informationen ein. Es ist so heiß das wir keinerlei Lust haben einen Trail zu gehen und halten alle anderen für total bekloppt. Wir beschließen den Pool am Zeltplatz zu nutzen, da wir morgen früh aufstehen müssen. Also fahren wir zurück und legen uns nochmal für 2 Stunden in die Sonne und springen sogar ins Wasser. Super! Die Duschen sind fantastisch und wir sind total begeistert. Wir fragen nach, ob wir nicht bis Montag bleiben können. Aber leider sind alle Plätze reserviert. Na gut, wir sind ja auch wegen dem Zion hier und nicht zum poolen :p

Hier lassen wir das erste Mal den Regenschutz des Zeltes weg und können aus dem Zelt heraus die Sterne beobachten. Die Nacht ist sehr warm.

Der Wecker klingelt um 5 Uhr und es ist noch dunkel. Wir sind super routiniert, so das wir alles schnell verpackt haben und schon um 5:25 Uhr im Auto sitzen und pünktlich um 6 Uhr am South Campground ankommen. Vor uns warten bereits sechs andere Autos. Um 7 Uhr macht er offiziell auf und erst sobald die Ersten abreisen, kommt man auf den Platz. Jochen kocht uns erst mal Tee und wir warten auf 7 Uhr. Die Schlange hinter uns wird immer länger.

Aber schon um 7.30 Uhr wird für uns ein Platz frei. Wir bauen unser Zelt auf, aber das macht keinen Spaß, weil der Platz aus Schotterboden besteht. Die Heringe verbiegen und überall befinden sich Eingänge zu Ameisenbauten.

Zion
Unser Schotter-Zeltplatz

Dann gehen wir auch schon unseren ersten Trail, der zu einem Aussichtspunkt führt. Es geht stetig hoch und wir sind froh so früh los gegangen zu sein, denn es wird immer wärmer. Der Weg lohnt sich, es ist super toll!

Danach gibt es ein ausgiebiges Frühstück und danach schauen wir uns noch die Emerald Pools an.

„Die Emerald Pools sind über den dazugehörigen Emerald Pools-Trail zu erreichen. Dieser Wanderweg, der durch dichte Wälder führt, ist eine beliebte Tageswanderung für Besucher im Park. Da die Strecke jedoch ständig leicht bergauf geht, ist der Weg im Sommer nicht allzu empfehlenswert. Die Emerald Pools entstehen durch temporär fließende Flüsse, deren Wasser im porösen Navajosandstein, der überall im Park zu finden ist, versickert, sich irgendwo wieder zu kleinen Strömen sammelt und dann aus der Felswand austritt. Im Fall der Emerald Pools geschieht dies in Form kleiner Wasserfälle. Ihr Wasser fließt hinunter in einige fast kreisrunde Felsenbecken, den Emerald Pools. Ihren Namen erhielten sie aufgrund ihrer Farbe (Emerald = Smaragd) [Quelle: Wikipedia]

Als wir dann über einen weiteren Trail zu dem Shuttle wollen, fällt mir irgendwann auf, dass ich meinen schwarzen Hut verloren habe. Oh nein!

Schnell zurück. Jeden den wir fragen hat einen schwarzen Hut gesehen.^^ Also müssen wir fast den ganzen Weg nochmal zu den Upper Pools zurück gehen. Das geht ganz schön in die Beine. Und dann sehen wir ihn. Fast ganz oben liegt er ganz harmlos auf einem Felsen und würde ein Liedchen pfeifen wenn er könnte.

Danach fehlt uns jegliche Motivation noch einen weiteren Trail zu gehen und wir machen uns auf den Weg zurück.

Auf dem Zeltplatz leben ein Mule Deer (unseren Rehen ähnlich, aber mit Hasenohren – total niedlich), jede Menge Eichhörnchen (darunter ein ganz weißes) und Massen von Ameisen – vor allem unter unserem Zelt, dass wir deshalb sogar einmal umziehen.

Am nächsten Tag wagen wir uns an den Trail „Angels Landing“. Dabei handelt sich um einen 8 km langen Weg mit 450 Höhenmetern. Zum Ende hin wird es immer schmaler und enger und es geht über schmale Berggrade, nur von einer Seite begehbar, so dass der Gegenverkehr den gleichen Weg hat. Ketten sollen einem beim Klettern helfen. Da ich an Höhenangst leide, weiß ich eigentlich schon, das ich nicht den kompletten Weg gehen werde. Der erste Etappe ist ein z.T. sehr steiler Weg. Dann fängt das Klettern über Felsen an, mit schwindelerregendem Abgrund und nur einer Kette zum festhalten. Es kommen einem viele Leute entgegen und derjenige der umrundet, muss die Kette los lassen. Ich schaffe auch da einige Meter, aber als von vorne und hinten die Massen drängen wird es mir zu viel und wir kehren zurück. Ich kann euch eins sagen: diese Strecke wäre so bei uns nicht erlaubt. Das es da nicht mehr Tote gibt überrascht mich sehr. (nur sechs Tote in den letzten Jahren) Vermutlich geschönte Zahlen. :p

Da wir den Trail ziemlich früh gemacht haben ging es sogar noch. Auf unserem Rückweg kommen uns unglaublich viele Menschen entgegen. Puh! Ich bin froh als wir unten ankommen, denn ich habe mehr geschafft als ich dachte. Es soll sich allerdings lohnen dorthin zu klettern und wer lebensmüde ist, sollte es unbedingt machen! 😀

Als wir unser Frühstück danach einnehmen lernen wir Stéphane kennen, ein Kanadier, der mit seinem Motorrad vier Monate die USA bereist. Er fragt uns, ob er sich mit seinem Zelt noch (Nocht!) auf unseren Platz stellen kann, da wieder alles voll ist. Da wir so einen großen Zeltplatz haben, ist das kein Problem für uns, da wir selber vielleicht mal in dieser Situation sein könnten und dann froh wären, wenn das jemand macht.

Danach machen wir uns auf den Weg nach Springdale. Eine Nationalpark-Stadt, die sich direkt vor den südlichen Toren befindet. Hier gibt es jede Menge Hotels, aber auch einige Shops. Wir entdecken den ganz hervorragenden „Sol Food Spermarket“, der mich absolut mit seinem Sortiment begeistert, denn es gibt hier jede Menge vegane Lebensmittel. Von ganz viel Obst und Gemüse zu Käse, Grillgut und Eis!! Ja Eis! Wir kaufen uns einen Becher und schlemmen ihn in der Hitze auf einer Bank mit grandioser Aussicht. 🙂 Toll!!

Zion
mmmh..lecker! 🙂

Abends grillen wir zusammen mit Stéphane und wir unterhalten uns total nett.

Am nächsten Tag bestreiten wir gemeinsam einen Teil der Narrows.

„The Narrows befindet sich am Ende des Zion Canyons. Von der letzten Haltestation des Shuttles Temple of Sinawa führt ein 30 bis 40 minütiger Fußweg zu dieser Engstelle des Virgin Rivers. Man durchwandert hier den Fluss selbst, da die steilen Wände an dieser Stelle kein Ufer zulassen. Das Wasser ist stellenweise mehr als hüfttief, so dass streckenweise geschwommen werden muss. Das Ende der Enge ist die Chamberlain Ranch. Für die Durchwanderung sollten ein bis zwei Tage eingeplant werden. Der 25 km lange Weg durch den Fluss ist sehr ermüdend, da er meistens im Fluss selbst liegt. Die Durchwanderung muss im Backcountry Desk angemeldet werden. Im Frühjahr wird wegen der Schneeschmelze und des damit verbundenen Wasserstandes keine Erlaubnis erteilt. Selbst im Sommer können durch heftige Gewitter Sturzfluten auftreten. Dabei müssen die Gewitter noch nicht einmal im Park selbst niedergehen.“ [Quelle: Wikipedia]

Am Eingang kann man Wasserschuhe ausleihen, aber wir haben mit ein paar Leuten gesprochen und alle sagten, man könne es super mit Sportschuhen machen. Ich bereue ein wenig mich dagegen entschieden zu haben, denn das Wasser ist schon recht frisch und meine Füße werden immer kälter und kälter. Zusätzlich zu den Schuhen kann man auch Neoprensocken leihen, was ich unbedingt empfehle! Stéphane geht weiter als wir. Er hat auch als einziger von uns eine Kamera mit, eine GoPro, weil sie wasserdicht ist und wir keine Lust haben, das unsere Kamera ins Wasser fällt.

Die GoPro macht übrigens ganz tolle Fotos! 🙂

Merci Stéphane for this awesome day :p

Den Tag lassen wir in den Hängematten direkt am Fluss unter einem Pfirsichbaum ausklingen. Wir beobachten ein unglaublich fettes Eichhörnchen dabei wie es einen Pfirsich nach dem anderen vom Baum holt, das Fleisch abnagt, fallen lässt und sich die Kerne in die Backen schiebt bis nichts mehr rein passt. Es haut dann mit der fetten Beute ab und kommt einige Zeit später wieder, um das Ganze zu wiederholen. Drei kleine Eichhörnchen verfolgen das Ganze und eifern ihm nach. So süß!

Die Pfirsiche schmecken übrigens ganz hervorragend.

Am Abend folgen wir Stéphane`s Rat und machen noch den “ Canyon Overlook Trail“, was wir nur jedem empfehlen können! Nochmal vielen Dank für den Tipp. 🙂

In dieser Nacht wird es das einzige Mal während unseres gesamten Roadtrips regnen. 😉 Natürlich ist der Regenschutz ab, so das wir von den Tropfen wach werden und ganz schnell den Schutz überziehen müssen. 😀

Am nächsten Morgen bauen wir alles ab und verabschieden uns von unserem netten Zelt-Nachbarn. Alles Gute!!

Fakten zum Zion National Park:

Der Zion National Park liegt im Bundesstaat Utah, an der Grenze Arizonas und hat eine Fläche von 579 km² und liegt zwischen 1128 m und 2660 m Höhe. Er wurde 1919 zum Nationalpark ernannt.

Der Name „Zion“ ist ein altes hebräisches Wort und bedeutet „Zufluchtsort“ oder „Heiligtum“, welches von den mormonischen Siedlern genutzt wurde. Bereits 6000 Jahre v. Chr. lebten Menschen in diesem Gebiet!

Pro Jahr kommen knapp 3,2 Millionen Besucher.

Auch hier gibt es Pumas.

„Brände sind ein fester Bestandteil des Gebietes. In den Anfängen der Verwaltung wurden die zahlreichen Feuer und Brände als zerstörerisch eingestuft und ausnahmslos bekämpft und gelöscht. Dies änderte das Ökosystem des Parks, insbesondere der Pinienwälder, ganz erheblich. Seit 1991 werden die Brände, die im wesentlich durch Blitzschlag entstehen, als natürlicher Bestandteil des Ökosystems angesehen und lediglich beobachtet. Teilweise werden die Brände von den Rangern auch gelegt, um zu verhindern, dass sich größere Mengen an brennbarem Material anhäufen und so letztlich zu einem Großbrand führen können. Kleinere Brände dagegen werden von den gesunden Pflanzen großteils schadlos überstanden. Diese Praxis hat gezeigt, dass die Brände ein wesentlicher und natürlicher Bestandteil des Parks sind.“ [Quelle: Wikipedia ]

Juni und Juli sind die heißesten Monate, in denen bis zu 46° Grad erreicht werden können. In den Monaten Oktober bis Mai kann es -5 bis -19° Grad kalt werden.

Zwischen März und Oktober ist der Scenic Drive für private Fahrzeuge gesperrt, dafür gibt es einen kostenlosen Shuttle, der an allen wichtigen Punkten hält. Es gibt über 240 km Wanderwege.

Im Park gibt es drei Camping-Plätze und ein Hotel, außerhalb gibt es mehrere private Camping-Plätze und viele Hotels in Springdale. Zwischen dem Memorial Day und dem Laborday ist eine Reservierung empfehlenswert.

Hier geht es zur offiziellen Internetseite.

Advertisements

2 Kommentare

    • Oh, bei Euch muss ich auch mal wieder reinschauen 🙂 Ich hoffe euch gehts gut 🙂
      Wir sind mittlerweile in Vancouver (hinke mega hinterher) und es ist auch hier nicht mehr ganz so sonnig. Aber es hat insgesamt nur einmal geregnet, innerhalb von fünf Wochen. Da kann man nicht meckern.
      Ganz liebe Grüße zurück und Danke für den lieben Gruß, Jasmin

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s