Kolumbien | Bogotá

Bogotá oder: ein Ende mit Schrecken

Mit dem Bus geht es dann zu unserem letzten Ort in Kolumbien. Bogotá, Hauptstadt Kolumbiens, mit 6,8 Millionen Einwohnern, größter städtischer Ballungsraum Kolumbiens und die schnellstwachsende Metropole Südamerikas. Die Stadt liegt in einer Hochebene der Anden, auf 2640 m.

Wir fahren nachmittags los und kommen am frühen Abend in unserer Unterkunft an. Ich habe ein Zimmer über Airbnb gebucht, was für Großstädte immer eine gute Idee ist. In der Nähe sind auch gleich mehrere Supermärkte, wo wir noch schnell was einkaufen gehen, denn hier in diesem Stadtteil machen die Geschäfte schon um 21.30 Uhr zu (und haben eine deutlich schlechtere vegetarische Auswahl als in Medellín). Wir müssen uns sputen noch Getränke und Co zu bekommen.

Unsere liebe Freundin Michi hat uns den guten Tipp der Graffiti-Tour gegeben und so buchen wir für den kommenden Tag eine Tour. Zur Auswahl stehen 10 Uhr oder 14 Uhr. Wir entscheiden uns für die spätere Variante.

In Bogotá kommt man mit dem TransMilenio gut durch die Stadt. Das ist ein städtisches Bussystem, das z.T. eine eigene Fahrspur hat. Unsere Hosts empfehlen uns damit in die Stadt zu fahren. Die Fahrt dauert ca. 35 Minuten von hier und wir steigen an der End-Haltestelle Universidad aus. Da wir noch etwas Zeit haben schauen wir uns den Plaza de Bolivar an, welcher nur ein paar Straßenblocks entfernt liegt.

Dann fängt auch schon unsere Tour an, welche leider keine limitierte Teilnehmerzahl hat und wir mit über 30 Anderen durch die Straßen ziehen. Wir empfinden das beide als zu viel. Eine Begrenzung auf 15 Teilnehmer wäre angebracht, da man kaum mit dem (zufällig deutschen) Guide ins Gespräch kommt und man auch nicht immer alles versteht. Das ist etwas unpersönlich. Ansonsten ist die Tour toll und wir sehen wirklich beeindruckende Straßenkunst. Meinetwegen könnte es so weiter gehen.

Generell gibt es in Bogotá sehr viel Straßenkunst und auch richtig schön gemalte. Color your city!

Die Tour geht bis 17.30 Uhr. Man bezahlt keinen festen Preis, sondern kann bezahlen, was man denkt, was die Tour wert ist. Allerdings wird schon ein Preis genannt und zwar 20.000-30.000 Pesos pro Person, aber da uns die Gruppe zu groß ist, bezahlen wir nur 30.000 zusammen.

Danach geht es mit der Zahnradbahn hoch auf den Mount Monserrate, welcher 3152 m hoch über Bogotá wacht und maßgeblich das Stadtbild prägt. Auf dem Gipfel steht eine Kirche mit dem Schrein des „gefallenen Jesus“, welche ein Wallfahrtsziel ist. Von dort oben hat man einen großartigen Blick über Bogotá und man kann dort den Sonnenuntergang beobachten. Einfach toll!

Danach passiert dann das Unglück. Als wir an der Haltestelle „Universidad“ Hilfe von einem Einheimischen bekommen und ich mit meinem Handy rumfuchtel und wir anschließend in einer Traube Menschen stehen um in den Bus zu steigen, wird mir mein Handy AUS meiner Hosentasche geklaut. Ich fasse es nicht, das gerade mir das passiert. Da muss jmd. sehr genau beobachtet haben, das ich mein Handy in die Hosentasche gesteckt habe. Und ich weiß es doch, das gerade im dichten Gedränge so etwas passiert. 😦 2000 Fotos unserer Reise sind darauf. Moment-Aufnahmen, die man mit dem Handy geschossen hat, außerdem Rezept-Ideen für meinen Veggie-Blog. Und NEIN, ich habe keine Sicherheitskopie! 😦 Normalerweise habe ich das immer gemacht. Ich bin so unsagbar traurig deswegen. So viele verlorene Erinnerungen. (Falls sich schon wer wundert, warum ich nicht auf WhatsApp Nachrichten reagiere: Sorry Leute..ich bin nur noch über Facebook oder meine Email-Adresse erreichbar)

Die Fahrt zu unserer Wohnung kommt mir unendlich vor. Zum Glück hatte ich eine Bildschirmsperre mit PIN, so das ich etwas beruhigt bin. Dann rufe ich meinen Anbieter an und lasse mein Handy sperren. Vorsichtshalber ändere ich alle meine Passwörter, man weiß ja nie. Das versaut mir etwas die Laune und ich brauche ein paar Tage bis ich das verdaut habe. Das ist mein erster Taschendiebstahl am eigenen Leib, das fühlt sich schon etwas merkwürdig an.

Die Stimmung ist etwas hin (meinerseits) und als „Netgirl“ (wie Jochen mich schon mal augenzwinkernd nennt) ist es hart von 100 auf 0 zu kommen. Ich habe seit ich 21 bin ein Handy und man fühlt sich ohne erstmal nackt. Jochen meint, ich solle die Zeit so lange nutzen um mal von dem ständig erreichbar sein runter zu kommen und er hat auch Recht damit, aber es fühlt sich komisch an!

Am nächsten Tag gehen wir erst Mal zu Loving Hut, einem veganen Restaurant ganz in der Nähe. Dort gibt es ein Lunch-Set mit Suppe, Saft, Hauptgericht und Nachtisch. Es sind mal wieder Falafel, die zwar sehr gut schmecken, aber die Portion ist für 12.000 Pesos relativ klein. Dafür gönne ich mir noch ein Stück Schokokuchen, den es hier gibt. Lecker 🙂

Danach schauen wir uns noch zwei Parks an. Den Bolivar Park und den Botanischen Garten. Der Bolivar Park ist recht groß und hat eine tolle Kulisse. Die Stadt im Hintergrund und der Mount Monserrate schauen von hier aus super aus. Der Park ist relativ groß und sicher beliebt bei den Einheimischen. Als Touri kann man sich den Weg aber auch sparen, außer man hat genug Zeit. Gleich über die Kreuzung geht es dann in den botanischen Garten.

An unserem letzten Tag in Bogotá fahren wir nochmal in die Innenstadt, wo wir mittags bei Govinda essen gehen. Dort gibt es auch ein Lunch-Set, allerdings für 7.500 Pesos und die Teller sind mega voll. Es gibt eine super leckere Gemüsesuppe, Obst, zum Hauptgericht kann man sich aus verschiedenen Dingen etwas zusammenstellen, Nachtisch und einem Saft. Es schmeckt richtig gut und wenn ich wieder in Bogotá bin, werde ich garantiert dort essen. Haltestelle „Universidad“ aussteigen (bitte Handy am Körper tragen :p ). Über die Happy Cow App findet man den genauen Standort. Es gibt noch andere vegan/vegetarische Restaurants, aber wir haben noch einiges an Vorräten, die wir verbrauchen wollen und uns schmeckt unser Essen generell besser. 😉

Wir schauen uns noch das Museo Botero an, ein wirklich interessantes Museum mit überwiegend Kunst von Botero (wer hätte das gedacht!?) Diese ist bei näherem hinsehen sehr gutund zum Teil lustig. Es hängen dort auch Bilder von Picasso, Dalí und anderen sehr bekannten Künstlern. Der Eintritt ist kostenlos.

Dann ist die Zeit auch schon um und wir freuen uns endlich wieder ans Meer, an den Strand, nach Mexiko zu fliegen.

Fazit Kolumbien:

Wir waren nun acht Wochen in Kolumbien und haben noch lange nicht alles gesehen. Es war unser Überraschungsland, denn wir hätten nie gedacht, das es uns so gut gefällt. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen und uns den Rest anschauen. Kolumbien können wir definitiv weiterempfehlen. Besonders gefallen haben uns der karibische Norden, aber auch die Landschaften im Landesinneren, die wirklich überwiegend freundlichen Menschen, das tolle Obst und Gemüse und natürlich das warme Klima. Wir hatten fast die ganze Zeit gutes Wetter und kaum Regen.

Was das vegane Angebot betrifft, war ich z.T. sehr positiv überrascht, denn es gibt Pflanzendrinks, Tofu und Ersatzprodukte (überwiegend in Medellín), ganz tolles Obst und Gemüse, so das man sich wirklich hervorragend selbst versorgen kann. Ich empfehle ganz klar Unterkünfte mit Gemeinschaftsküche. Das Angebot an Veggie-Restaurants ist auch größer als erwartet. Vor allem natürlich in touristischen Gegenden. Da findet man eigentlich immer was. Allerdings besteht das Angebot zur Hauptsache aus Falafeln oder Burgern und meistens gibt es ein Lunch-Set (Öffnungszeiten beachten!). Da hat mich am meisten das Govinda in Bogotá überzeugt. Wenn alle Restaurants so ein Angebot hätten, wäre ich sehr zufrieden! In weniger touristischen Ecken ist es aber eher schwierig ein Restaurant zu finden, dort sollte man unbedingt ein Hostal mit Küchen- Mitbenutzung buchen.

Unter diesem Link findet Ihr mein Facebook-Album zu veganem Essen in Kolumbien.

Was ich bitter lernen musste: Auch mir kann Taschendiebstahl passieren!

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