Kolumbien | Sogamoso | Páramo

Sogamoso oder: Palmen auf über 3500 Metern

Eigentlich wollten wir ja von Villa de Leyva unsere Paramo-Wanderung machen, aber ein Local in der Stadt hat uns erzählt, das die Anreise von de Leyva 2-3 Stunden dauern würde. Da das bedeuten würde 4-6 Stunden Bus zu fahren und uns unsere Unterkunft nicht gefällt, beschließen wir nach Sogamoso zu fahren, weil das der größte Ort in der Nähe ist und es dort die günstigsten Unterkünfte gibt.

Wir fahren mit dem Bus nach Tunja, wo wir direkten Anschluss nach Sogamoso bekommen. Das Transport-Glück bleibt uns erhalten. Die Fahrt dauert eher 2 als 3 Stunden.

Sogamoso, eine Arbeiterstadt, liegt auf 2600 m Höhe und hat immerhin 112.000 Einwohner. Wir schlafen hier nur zwei Nächte, bevor es nach Bogota geht, wo wir schon ein Zimmer gebucht haben. Das ist allerdings viel zu wenig, für diese tolle Gegend, denn in der Nähe sind der Lago de Tota und der „páramo“. Wer mehrere Wanderungen machen möchte, sollte allerdings ein paar Tage in Mongui einplanen. Dort gibt es ein schönes Hostel und es beginnen mehrere geführte Wanderungen. Wir finden das allerdings erst in Sogamoso heraus und können keine Tour mehr buchen, da wir nur einen Tag zur Verfügung haben und man von Sogamoso erst mal dorthin fahren muss.

Es fahren stündlich Busse ab dem Bus-Terminal.

Wir schauen uns Mittags die Stadt selber an, welche einen ganz schönen Platz im Zentrum hat, wo wir im Sonnenschein die Bewohner bei ihrem Treiben beobachten.

Wer hier ein veganes oder vegetarisches Restaurant sucht, wird nicht fündig. Wir decken uns im Supermarkt mit Obst, Gemüse und Müsli ein.

Am nächsten Morgen geht es dann mit dem Bus nach Monguí.Das Dorf wurde erst 1601 gegründet und war ein Franziskaner-Zentrum, wovon noch ein Bauwerk übrig geblieben ist- das Convento de los Franciscanos.

Von dort geht es dann steil die Treppen hoch.

Jochen hat über Wikiloc mehrere Wanderrouten herausgesucht – man kann also auch ohne Guide gehen. Die App ist aber schon nützlich, da es immer mal verschiedene Abzweigungen gibt.

Wir starten in Monguí auf 2900 m Höhe und werden 12km gehen und dabei 800 Höhenmeter erklimmen, bis wir auf 3750 m umkehren. Es ist unglaublich anstrengend. Ich weiß nicht, ob es an meiner Magen-Darm-Geschichte liegt, das ich so schlapp bin, oder ob ich einfach unfit bin, aber ich brauche viele Pausen und schnaufe mir einen zurecht. :p

„Páramo“, eine Vegetationszone, gibt es nur in wenigen Ländern der Welt, wovon der größte Teil in Kolumbien liegt. Es ist ein von Gletschern geschaffenes tropisches Ökosystem im Gebirge zwischen 3000 und 5000 m Höhe, das durch Seen und Ebenen mit Torfmooren und Feuchtgebieten gekennzeichnet ist, zwischen die sich Wald- und Buschgebiete mischen.

Es ist so unfassbar schön hier, das einem der Atem stockt! Unbedingt hinfahren und hier her kommen!!! Allerdings sollte man schon einigermaßen fit sein, denn es geht steil Bergauf, über Stock und Stein. Wir schaffen die Wanderung von 18 km allerdings nicht, denn dicke Wolken ziehen am Himmel auf und wir haben Angst in ein Berg-Gewitter zu geraten. Ich bin auch völlig erledigt, obwohl ich gerne den ganzen Rundgang gegangen wäre.

Komischerweise geht der Rückweg Ruckzuck.. 😉 :p

Es ist recht frisch hier und man sollte warme Kleidung mitbringen. Als wir auf den Bus zurück warten, frieren wir uns den Poppes ab. Der Wind pfeift durch alle Löcher.

Nachts schlafen wir wie Steine!

Am nächsten Mittag machen wir uns noch auf den Weg zum Lago de Tota. Hierbei handelt es sich um den größten Hochlandsee Kolumbiens, denn er liegt auf 3015 m Höhe, ist 12 km lang, hat einen Umfang von 47 km und eine durchschnittliche Tiefe von 57 m! Eine Besonderheit ist der Playa Blanca, ein weißer Strand am See. Und genau den wollen wir sehen.

Die Busfahrt dorthin lässt nichts Gutes ahnen, denn die Strecke ist furchtbar und der Bus ebenfalls. Als wir aussteigen fängt es an zu regnen und ein eiskalter Wind weht uns um die Ohren. Erstmal alles anziehen was wir dabei haben – immer noch kalt!

Dann gehen wir runter an den Strand, gucken ein bißchen doof aus der Wäsche, schauen uns an, zucken mit den Schultern und..gehen wieder! 😀 Na das hat sich ja mal gelohnt. Kein Bus weit und breit. Wir machen uns zu Fuß auf den Weg zur nächsten Stadt und dürfen ziemlich lange latschen, bevor uns der nächste Bus aufsammelt und uns am nächsten Dorf raus lässt, von wo wir zurück nach Sogamoso fahren.

Lago de Tota
Der Lago de Tota küsst den Himmel

Unsere Rucksäcke haben wir am Bus-Terminal abgeben können und nur 45 Minuten später geht es schon nach Bogota, unserem letzten Abschnitt unserer Kolumbien-Reise.

Was wir festgestellt haben: bei Regen ist es kalt am Playa Blanca und nicht schön.. 😉

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