Kolumbien | Villa de Leyva

Villa de Leyva oder: Dzei & Dzei goes Kolonial

Von Salento geht es Nachmittags nach Peireira, wo wir gleich Anschluß an einen Nachtbus nach Bogota bekommen. Der Bus-Fahrer meint es nicht so gut mit uns wie der Letzte, denn er rast von Bodenwelle zu Bodenwelle. Nach ca. 8 Std. kommen wir morgens um 4.30 Uhr in Bogota an, wo uns kalte Luft empfängt. Es ist unglaublich frisch hier. Ich packe erst Mal die dicke Jacke aus, die ich von einer Freundin geliehen bekommen habe und das Beanie kommt auf den Kopf. 😉

Um 6 Uhr fahren wir dann über Tunja nach Villa de Leiva, das dauert sechs Stunden und wir fahren durch eine graue Wolken-Landschaft. Als wir dann endlich in das Tal rein fahren, scheint die Sonne und es ist total warm. 🙂

Villa de Leiva liegt auf 2149 m, wurde 1572 gegründet und hat mittlerweile 10300 Einwohner. Ursprünglich zogen sich hier Offiziere, Adlige und hohe Geistliche zurück.

Seine Entstehung reicht in die erste Zeit der spanischen Eroberung zurück. Es wurde schon früh zum nationalen Denkmal ernannt und so von modernen Bauten wie Büro- und Wohnhochhäusern verschont. Deshalb gibt uns heute Villa de Leiva einen Eindruck von Architektur und Ambiente der kolonialen Zeit. Die nur einstöckigen Häuser mit ihren Ziegeldächern, die Kirche mit ihren massigen und niederen Türmen und das jahrhundertealte Kopfsteinpflaster der riesigen Plaza waren deshalb immer wieder Kulisse für historische Filme. 1954 wurde die Stadt unter Denkmalschutz gestellt.

Wir werden drei Nächte in einer Art Herberge schlafen, die wir aber nicht weiterempfehlen können.

Von hier aus wollten wir eigentlich einen Ausflug zum Lago de Tota machen, allerdings finden wir heraus, das man mehrere Stunden braucht, um hin zu kommen und man 2x umsteigen muss. Oh je, hätten wir uns mal früher damit beschäftigt.

Villa de Leyva ist aber ein total schönes Dorf und man bekommt etwas zu sehen. Es gibt den Plaza Mayor, der 120×120 m misst und somit einer der größten Stadtplätze Amerikas ist. Und dann gibt es ein paar Museen und restaurierte Kolonialhäuser.

Mich erwischt es leider und ich habe während des gesamten Aufenthaltes Magen-Darm-Probleme.

Wir schaffen aber eine etwas längere Wanderung (~18km) zu den Ruinas de Gachantiva, die es in der Nähe gibt. Die Strecke ist wunderschön. Gefunden über die App Wikiloc!

 

Man kann auch mehrere Aussichtspunkte erklimmen, aber ich bin so schwach auf den Beinen, dass ich es nicht schaffe, so steil zu gehen. 😉

Das vegane Angebot ist leider etwas mau hier. Es gibt zwar angeblich ein paar Restaurants die was anbieten, aber entweder haben die zu gemacht, wir finden es nicht, oder das Angebot besteht aus vegetarischem Salat.

Da ich aber ja eh wenig Hunger habe, kochen wir uns lieber selber was. Wir finden einen wunderbaren Bäcker, Astral, der vegane Brote, Brötchen und Baguette verkauft. Das Baguette schmeckt besonders gut.

Außerdem gibt es noch einen ganz kleinen Laden, in dem man vegane Schokolade findet. Kleine Schokokugeln, gefüllt mit verschiedenen Füllungen. Wir nehmen Kokos und sind begeistert. Dieser Laden heißt Tahini (glaub ich :p ).

In den Supermärkten gibt es Sojamilch und eigentlich alles, was man so braucht.

Am Samstag ist Markt, wo es jede Menge Obst und Gemüse, aber auch Haushaltsgegenstände und Getränke gibt. Außerdem fließt hier jede Menge Bier. Ob alt oder noch nicht ganz alt, alle trinken Bier und überall stehen leere Bierflaschen herum und der Boden ist übersät mit Kronkorken. 😀

Nachmittags ziehen immer dicke Wolken auf und am zweiten Abend regnet es ziemlich stark. Daraufhin werden die Wege ziemlich matschig und wir müssen eine Wanderung abbrechen.

Unsere Herberge entpuppt sich zum absoluten Flop, denn in der Gemeinschaftsküche wimmelt es von Lebensmittel-Motten, die Mitarbeiterin lässt immer das ganze dreckige Geschirr in der Spüle stehen, die Matratzen sind total unbequem, überall sind Kellerasseln und Silberfische und das Klo läuft fast über. Wir sind nach drei Nächten froh, wieder dort weg zu kommen.

Was wir hier (viel zu spät) entdeckt haben: Guayaba Feijoa, meine neue Lieblings-Frucht (schmeckt nach Kaugummi aus dem Automaten 🙂 )

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