Kolumbien | Salento

Salento oder: Das Auenland Kolumbiens oder: Valle de Kackora

Nach drei Nächten in Manizales freuen wir uns nun darauf nach Salento zu fahren. Wir haben Glück und müssen nicht lange warten. In Pereira müssen wir umsteigen. Ab hier gibt es nur einen kleinen Bus, der 1x die Stunde fährt. Die Fahrt dauert nur 45 Minuten und man fährt in einem Bogen um den PNN Los Nevados, ein Nationalpark mit einer Gebirgskette über 3500 m und mehreren Vulkanen, von denen mindestens einer über 5000 m hoch ist. Hier kommen Berg-Kletterer auf ihre Kosten. Man benötigt hier eine gute Ausrüstung und für fast alle Touren einen Guide.

Salento ist ein kleines, sehr niedliches Dorf, auf 1895 m Höhe und ist mit knapp 7000 Einwohnern recht beschaulich. Es wurde 1842 gegründet und die Einwohner leben hauptsächlich vom Tourismus und dem Kaffee-Anbau. Salento ist ein stark frequentierter Touri-Ort, von dem man hervorragend den Nationalpark und das bekannte Valle de Cocora erkunden kann.

Unser ganz wunderbares Hostal El Zorzal, das wir wärmstens empfehlen, liegt gleich am Ortseingang und ist das sauberste Hotel unserer gesamten Reise.

Wir verlängern auch direkt von zwei auf fünf Nächte.

Während der fünf Tage haben wir allerdings etwas Pech mit dem Wetter, denn es regnet die halbe Zeit und viel Matsch machen manche Wanderwege unpassierbar.

Allerdings schaffen wir es die große Wanderung durch das Valle de Cocora zu machen. Man muss morgens um 9 Uhr auf dem Marktplatz sein und wird dann von dort mit einem Sammel-Jeep zu dem Eingang des Tals gefahren. Hier geht es auch zu dem Nationalpark.

Man sagt, man braucht 5-6 Stunden für den Rundweg. Zuerst geht es durch saftige Wiesen, gesäumt von Bergen, auf denen die berühmten Wachspalmen wachsen. Sie werden bis zu 60 m hoch! An vielen Kuhweiden und einem Flüßchen geht es vorbei und der Weg führt stetig höher.

Man startet bei 1800 m und der höchste Punkt liegt bei 2600 m. Dann kommt man durch einen Wald, der immer urwaldiger wird. Wir gehen zu erst zu dem Casa del Colibris, ein Privatgrundstück, auf dem es zu erst ganz schön steil hoch führt. Ein kleiner Eintritt wird verlangt, dafür bekommt man ein Heißgetränk seiner Wahl und kann unzähligen Kolibris beim trinken von Zuckerwasser beobachten.

Dann geht es ein kleines Stück des Weges zurück, um dann Richtung La Montana auf die Bergkuppe zu gelangen. Hier geht es dann steil bergauf, gute 400 Höhenmeter und das ist ziemlich anstrengend. Durch den Nebelwald, hoch zu einem Haus, wo dann auch der Regen beginnt. Wir sind aber sehr gut ausgerüstet, mit Schirm und Regenjacke, so das wir unsere Wanderung ohne Stopp weiterführen können. Wir sind dafür ganz alleine und durch den Regen bildet sich noch mehr Nebel und als wir dann im Tal der Palmen ankommen, ragen die langen Palmen im Nebel heraus und erzeugen eine fast unheimliche Stimmung. Total super!

Wären da nur nicht die ganzen Kuh-Kack-Haufen 😀

 

 

Wir brauchen für unsere Wanderung mit Pause 4,5 Stunden. Im Engangsbereich warten dann wieder genügend Jeeps für die Rückreise.

Jochen hat eine ganz wunderbare App entdeckt. Wikiloc, mit der andere User Wanderungen aufzeichnen, die man dann nach wandern kann.Man kann sie gegen eine Gebühr für drei oder mehr Monate nutzen.

Leider fallen zwei Wanderungen buchstäblich ins Wasser.

Als wir dann einfach an einem Tag los wandern, sind wir irgendwann auf dem Weg zu der bekannten Kaffee-Farm Ocaso, die ca. vier km von Salento entfernt ist. Dort kann man eine Kaffee-Tour machen und diese Farm ist angeblich die einzige hier, die auch wirklich Kaffee anbaut um es zu verkaufen. Die anderen haben ihre Farm „nur“ um eine Tour anzubieten.

Auf dem Weg begleitet uns mal wieder ein Ein-Tages-Hund, von uns Cappu getauft, der aber während des Weges den Reizen einer jungen Hunde-Dame nicht widerstehen kann und verschwindet.

Wo wir schon mal da sind, machen wir auch gleich eine Tour mit und ich vervollständige somit mein Barista-Wissen. Da ich mal für eine bekannte Coffee-Bar gearbeitet habe, durfte ich schon eine Barista-Ausbildung genießen. 😉 Die Tour ist interessant und informativ, allerdings haben die Leute zwar Ahnung von Kaffee-Anbau, aber nicht von der Zubereitung.

Kolumbianischer Kaffee ist nach Brasilien, Vietnam und Indonesien, der viert größte Kaffee-Exporteur und der größte Produzent weltweit von Arabica-Bohnen. Der Kaffee aus dieser Region zeichnet sich dadurch aus, das er zwei anstelle von ein mal im Jahr geerntet wird und eine starke Säure beinhaltet. Er wächst auf über 1800m.

Wir gehen den gleichen Weg wieder zurück und unsere Füße qualmen. 😉 Cappu läuft uns nicht mehr über den Weg.

Wir waren auch in Salento essen, denn es gibt hier ein paar vegetarisch/vegane Angebote.

Da gibt es das Brunch de Salento, in dem es einen veganen Burger gibt. Das ist allerdings etwas tricky. Die Bedienung weiß das nämlich nicht (ich hatte das bereits in der Happy Cow App gelesen) und man muss sie erst mal davon überzeugen^^. Wenn das dann geklappt hat, bekommt man einen Bohnenpattyburger für den gleichen Preis von Fleischburgern, nur mit dem Unterschied, das man keinen Salat und keine Soße auf dem Burger hat. Versteht ihr nicht? Ich auch nicht… 😉 Auf der Karte steht extra dazu gäbe es eine vegane Soße und als ich dann den trockenen Burger bekomme und wir nachfragen heißt es, die (vegane) Soße sei nicht vegan. 😀 Aaaach so! :p Ich weiß nicht ob ich einfach Pech habe, weil der Chef nicht im Haus ist, aber so ganz überzeugend ist das nicht. Jochen hat ein vegetarisches Chili sin Carne, was eindeutig aufgetaut ist und mega unappetitlich ausschaut. Vermutlich ist der Laden in unvegetarischen Dingen besonders gut, denn er hat eine sehr gute Bewertung.

Das andere Mal gehen wir zu El Eliana, wo wir ein indisches und ein thailändisches Curry essen. Anstelle des Joghurts kann mit Kokosmilch gekocht werden, das finde ich löblich, aber überzeugt sind wir auch hier nicht.

Es gibt am Marktplatz einen Supermarkt und in einer Seitenstraße einen tollen Obst- und Gemüsehändler. Wir sind einfach zu verwöhnt und kochen zu gutes Essen! 😉

Salento ist eine super Stadt und wir können nur jedem empfehlen hier vorbei zu schauen. Man kann noch auf einen Aussichtspunkt hoch klettern, von wo man wunderbar über Salento blicken kann.

Was wir hier festgestellt haben: wir mögen unsere Tages-Hunde 🙂

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