Kolumbien | Medellín

Medellín oder: Stadt des ewigen Frühlings

Wir verlassen Minca gegen 14 Uhr und verbringen den Nachmittag in einer Mall in Santa Marta. Unser Nachtbus von Rapido Ochoa fährt erst um 20.30 Uhr. Wir sind allerdings schon um kurz vor 19 Uhr dort und wir können einen Bus eher nehmen. Die Busfahrt dauert 17,5 Stunden für ca. 800 km! Es ist kein Liegebus, aber man hat genügend Beinfreiheit. Der Bus hält allerdings alle Naselang und macht jedes Mal die Beleuchtung an. Zum Glück habe ich mein Buff-Tuch dabei, welches ich mir über die Augen lege. Es gibt zwei Busfahrer, die sich alle paar Stunden abwechseln.

Die Fahrt geht erstaunlich schnell vorbei. Wir sind die einzigen Gringos im Bus. Es gibt auch bessere Bus-Unternehmen, aber da kostet dann die Fahrt zwischen 60-90 €. Mit diesem Bus zahlen wir ca. 35€. Das gefällt uns besser.. 😉

Unser Hostel erreichen wir gegen Mittag und der nette Host wartet schon auf uns. Er hat das Hostel erst 10 Tage zuvor eröffnet und alles ist neu und noch schön. Es liegt relativ nah am Zentrum.

Medellin wurde 1616 gegründet, liegt auf 1500 m Höhe und hat drei Millionen Einwohner. Sie liegt in einem schmalen Tal, eingerahmt von Berggipfeln. Weiter oben in den Hügeln sind die Armenviertel.

Medellin fing erst Anfang des 20. Jahrhunderts an rasant zu wachsen, als das Kaffee-Geschäft boomte.

In den 80er Jahren wurde Medellin dann durch die Schreckens-Herrschaft Pablo Escobars bekannt. Sie wurde zur Hauptstadt des Kokain-Handels.

Wir haben uns in Medellin zuerst einmal den Cerro Nutibara angeschaut, ein Aussichtspunkt auf einem 80 m hohen Hügel, gleich um die Ecke unseres Hostels. Oben drauf befindet sich eine Plattform, ein Museum und eine Miniatur-Ausgabe einer typischen Provinz Antioquia´s. Die Aussicht über Medellin ist super! Hier trinken wir einen Melonensaft mit verschiedenen Fruchtstücken, ein typisches Getränk dieser Gegend und sehr sehr lecker, ohne Zucker.

In der Innenstadt schauen wir uns den Plaza Botero an, einen öffentlichen Platz mit bekannten 23 Bronzestatuen von Fernando Botero, einem Künstler geboren in Medellin.

In Medellin gibt es den einzigen Nahverkehrszug Kolumbiens, die Metro, mit der man ganz wunderbar innerhalb Medellins fahren kann. Das Unternehmen hat auch drei Seilbahnen, die eingerichtet wurden, damit die Menschen aus den Armenvierteln an die Stadt angeschlossen sind. Eine Fahrt hiermit lohnt sich sehr, da man einen tollen Ausblick über Medellin bekommt.

Die Seilbahn fährt auch zum Parque Arvi, den wir allerdings nicht weiter empfehlen. Wir fahren dorthin, um ein wenig im Grünen zu spazieren, müssten dann aber vor Ort einen Guide nehmen um mit ihm durch den Wald zu laufen. Haben wir keine Lust zu. Hier in Südamerika scheint es eh üblich zu sein, einen Guide zu nehmen—das gefällt uns gar nicht. Wir bleiben nur zwei Stunden verwundert hier und hauen wieder ab. Unserer Meinung nach kann man sich einen Ausflug hier her sparen.

Dafür ist der botanische Garten umso schöner, wo man großen Echsen beim Sonnenbaden und Schildkröten im Teich beobachten kann.

An einem Tag machen wir uns auf den Weg nach Guatapé, einem Urlaubsort 90-120 Minuten Busfahrt von Medellin entfernt. Dort befindet sich ein künstlich angelegter, sehr weitläufiger Stausee. Der Ort selber ist klein und bekannt für seine bunten Verzierungen an den Häusern. An Wochenenden oder Feiertagen sind hier viele Einheimische und da wir Karsamstag hier sind, ist es relativ voll. Ursprünglich wollte ich hier ein paar Nächte bleiben, bin nun aber froh das wir das doch nicht machen. Ein Tages-Ausflug genügt.

Wer möchte kann einen Boots-Ausflug machen oder mit einer Seilrutsche fahren.

Wir gehen aber nur durch die Stadt, essen bei Don de Sam, wo der Koch oder Besitzer weiß was vegan bedeutet und ich ein köstliches Aloo Gobi bekomme und anschließend machen wir uns zu Fuß auf den Weg zum Piedra del Penol, einem 200 m hohem Granitmonolith. Eine Ziegeltreppe mit 659 Stufen führt steil nach oben. Dort angekommen, hat man einen atemberaubenden Ausblick über den Stausee.

In Medellin gibt es zahlreiche vegan/vegetarische Restaurants. In der Happy Cow App findet man reichlich. Wir haben etwas Pech, da in der Osterwoche einige zu haben.

Besonders aufgefallen ist mir aber das Café Zorba, welches im Stadtteil El Poblado liegt und ganz tolle vegetarische Pizzen backt. Einfach den Käse abbestellen. Ich hatte beide Male eine Bedienung, die wusste was vegan bedeutet und ich wurde darauf hingewiesen, das in den karamelisierten Zwiebeln Butter ist und an den Pilzen Käse. Sehr nett und die Pizza schmeckt mega!

Ansonsten gibt es das Verdeo, ebenfalls im Backpacker-Viertel El Poblado, wo es auch gutes Essen gibt. Wir haben aber wieder viel selber gekocht. In der Supermarkt-Kette Exito findet man allerlei tierfreie Lebensmittel. Tolles Obst und Gemüse, aber auch ein paar wenige Ersatzprodukte wie Tofu und auch Tofu-Vürstchen.

Unser zweites Hostel ist dann auch in Poblado, einem wirklich netten und sehr sympathischen Viertel—hier kann man sehr gut bleiben. Aber es gibt viele Reisende und wir hören ziemlich häufig die deutsche Sprache—generell haben wir hier in Kolumbien schon viele Deutsche getroffen. Wer hätte das gedacht?

Jochen muss in sieben Tagen nochmal zu dem Kieferorthopäden und da wir das schon vorher wissen, buchen wir für sieben Nächte eine Finca, in der Nähe von Santa Babara, ca. 90 Minuten von Medellin entfernt, mitten in den Bergen.

Was wir in Medellín wie auch in keiner anderen kolumbianischen Stadt gefunden haben: Postkarten!

 

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