Kolumbien | Minca

Minca oder: Der längste Trail!

Nach 15 Nächten in der Hacienda Valencia sind wir heute nach Minca gereist. Minca liegt in 600 m Höhe in der Sierra Nevada und ist ein kleines verschlafenes Bergdorf, angeblich mit kühlerem Klima als an der Küste – das können wir allerdings nicht bestätigen. Hier ist es genauso stickig schwül wie in Santa Marta.

Dort nehmen wir ein Sammeltaxi und schlängeln uns ca. 45 Minuten für 8000 Pesos p.P. durch die Berge nach Minca. Minca ist ziemlich klein, bietet aber nichtsdestotrotz eine Menge Unterkünfte, Bars und Restaurants.

Wir gehen einfach die Hauptstraße entlang und finden eine angebliche „Eco-Lodge“ auf einem Hügel. Was daran Eco ist, bleibt ein Geheimnis. Auf den ersten Blick gefällt es uns und wir werden hier insgesamt vier Nächte bleiben.

Die erste Nacht ist nicht so toll, da die Matratze einfach nur dünn und durchgelegen ist, aber da wir die einzigen Gäste (die ganze Zeit über) sind, fragen wir, ob wir die Matratze mit einer anderen tauschen können. Das geht auch und danach haben wir eine wunderbare Federkern-Matratze, auf der wir super schlafen können. Es ist Nachts etwas unheimlich, da die Mitarbeiter alle gehen und wir komplett alleine in der Unterkunft sind.

Obwohl Minca so klein ist, ist es ein Touri-Ort. Es wimmelt nur so vor Moto-Taxi-Fahrern, die eine Fahrt wittern, wenn man ihnen vorbei geht.

Wir treffen hier sogar Peter, den wir zwei Wochen zuvor in der Hacienda kennen gelernt hatten.

In Minca lassen sich ein paar Dinge machen. Wer gerne anspruchsvoll Mountainbike fährt, ist hier richtig. Wir machen das allerdings nicht gerne und machen alles zu Fuß. :p

Ein Fußmarsch von einer Stunde entfernt liegt der bekannte Wasserfall, wo immer viel Trubel ist und an Wochenenden und zu Feiertagen viele Locals hinfahren. Man kann sich dort in verschiedenen Becken erfrischen. Das Wasser ist eiskalt.

Wir gehen noch den steilen Weg zum Faunal hoch. Dort hat sich ein Pärchen ein Grundstück gekauft und man kann sich dort mit einer frischen Limonade und kleinen Snacks erholen. Tun wir auch. Die Beiden haben eine Vogel-Futterstelle und wenn man ganz ruhig ist, sieht man viele verschiedene Vögel.

Wir treffen dort auch unser erstes Gürteltier, das dort völlig ungeniert die Wurzeln der Bäume abnagt. 🙂

Es gibt im Faunal einen kleinen aber sehr anstrengenden Trail, den der Besitzer selber angelegt hat. Es laden immer wieder Sitzmöglichkeiten zur Vogelbeobachtung ein. Auf der Spitze des Faunal-Rundgangs kann man sich dann entscheiden, ob man noch weiter hoch bis zu einer bekannten Kaffee-Rösterei „La Victoria“ möchte, oder wieder zurück. Wir entscheiden uns, weiter zu gehen. Der Weg wird immer steiler und anstrengender und wir gehen und gehen und die Kaffee-Rösterei kommt nicht näher. Wir entscheiden uns dann wieder zurück zu gehen, da wir beide nur FlipFlops anhaben und die Strecke doch eher feste Schuhe bräuchte.

An einem anderen Tag machen wir dann einen ziemlich langen und unseren bisher anstrengendsten Trail unserer Reise. Er ist insgesamt 25 km lang und wir machen insgesamt 40145 Schritte. Das ist sogar länger als in Taiwan.. Der Weg hin zu den Pinienbäumen, welche auf einem Hang wachsen und von wo man über große Teile der Sierra Nevada blicken kann, verläuft über Trampelpfade, welche für das Mountainbiken genutzt werden. Es geht höher und höher. Wir erklimmen ganze 600 Höhenmeter und auch wieder runter.

Zwischendurch kommen wir am Casa Elemento vorbei, welches einen fantastischen Ausblick bietet und sehr schön ausschaut. Eigentlich wollen wir hier eine Pause machen und Kaffee trinken, aber als wir dann erfahren, dass wir 10.000 Pesos Eintritt zahlen müssen, gehen wir wieder. Darauf haben wir keine Lust. Man kann dort auch schlafen, aber der Weg ist ziemlich steil und krass. Mal eben nach Minca ist nicht. Da kann man dann nur mit einem Moto-Taxi fahren.

Von dort ist es nicht mehr so weit, aber es folgt ein ziemlich hartes Stück, wo ich fast an meine Grenzen komme. Bei der Hitze macht mir das Trekken weniger Spaß.

An der Spitze angekommen hat man dann einen tollen Blick bis nach Santa Marta. Faszinierend! Es ist allerdings ziemlich dunstig. Wir erholen uns kurz und gehen dann einen anderen Weg weiter. Runter ist zwar an sich weniger anstrengend, jedoch merken wir bei den steilen Wegen die Knie. Aber die Aussichten, die sich uns bieten, sind alle Mühe Wert.

Wir machen zusätzlich auch noch den Abstecher zu der Kaffee-Rösterei Victoria. Angeblich gibt es dort eine gute vegetarische Auswahl. Man kann dort bei einer kostenlosen Führung mitmachen, wenn man sich für die Verarbeitung von Kaffee interessiert.

Die angeblich umfangreiche Karte enttäuscht dann aber doch. Es gibt drei Sandwiches und drei Kuchen. Ein Sandwich ist vegetarisch, kein Kuchen vegan. Naja, trinke ich halt einen Espresso. Der schmeckt aber lange nicht so gut, wie der tolle Kaffee, den wir bei Michi und Marko trinken. :*

Auf dem gleichen Grundstück befindet sich auch noch eine Bier-Brauerei von einem Deutschen. Dieses Bier kann man hier in der Gegend überall kaufen. Den Namen habe ich jetzt aber vergessen. Auf dem einen ist ein Tiger und auf dem anderen ein Papagei. :p

Als wir in Minca ankommen, fallen uns fast die Füße ab.^^

Für Veggies gibt es gleich mehrere Optionen in Minca. Dort ist das „Lazy Cat“, wo es einen Falafel-Burger, eine asiatische Nudel-Gemüsepfanne und Hummus mit Keksen gibt. Alles sehr lecker. Ich habe anstelle des Zaziki auf meinem Burger Guacamole genommen.

Dann gibt es noch „Burger Town“, dort gibt es ebenfalls einen Falafelburger. Einfach den Käse abbestellen. Dieser Burger war sehr lecker!

Dann gibt es noch einen kleinen Local-Laden, mitten auf der Hauptstrasse. Der hat jeden Tag bis um 16 Uhr auch ein vegetarisches Menü. Das beinhaltet eine Suppe, einen Saft und ein Hauptgericht. Das ganze für 8000 Pesos. Das war auch nicht schlecht, wobei es auch hier einen Falafel-Patty gab.

Da ich nicht so gut in Fett gebratene Sachen vertrage, hatte ich nach vier Tagen Minca, ca. eine Woche mit Magenschmerzen zu tun.

In unserer Unterkunft können wir leider nicht kochen und ich bin froh, wenn wir weiterziehen.

Es gibt auch noch das Casa Lomo hoch oben auf einem steilen Hang, dort gibt es angeblich rein vegetarisches Essen. Allerdings muss man bis 16 Uhr Bescheid geben das man dort essen kommt und dann gibt es zwischen 19-20 Uhr an einem großen Tisch das Essen. Wir sind leider nicht dazu gekommen es auszutesten.

Da die kommende Woche die Osterferien-Woche ist, sind wir damit beschäftigt, unseren weiteren Reise-Verlauf zu planen, da in dieser Woche der Ausnahme-Zustand herrscht. Fast alle Kolumbianer haben Ferien und Urlaub. Man sollte weit im Voraus buchen, wenn man in dieser Zeit an typischen Urlaubszielen in Kolumbien ist.

Wir brauchen einen ganzen Tag dafür, da wir ziemlich spät mit der Planung dran sind.

Jochen hat an Ostermontag (da ist in Kolumbien kein Feiertag mehr) einen Termin beim Kieferorthopäden in Medellin. Ein Zimmer über Airbnb haben wir ab Samstags. Nun fehlen uns vier Nächte davor. Aber wir werden auf Airbnb fündig. Eine nette Finca im Grünen, eine Stunde von Medellin entfernt.

Dann passiert aber das Unglaubliche. Die Besitzerin nimmt die Buchung an und am nächsten Morgen (der Tag unserer Abreise in Minca) schreibt sie mir, sie hätte noch eine andere Anzeige für das ganze Haus laufen und hätte nun einen Interessenten dafür, ich solle doch bitte meine Buchung stornieren. WTF!? Nö, mach ich nicht—dann darf ich nämlich die Service-Gebühr zahlen und außerdem, warum sollte ich das machen? Die doofe Nuss storniert dann tatsächlich die Buchung (dafür wird sie aber 50$ Strafe zahlen müssen und kann ein Jahr lang kein Superhost werden, außerdem darf man als Anbieter nur eine Buchung pro Jahr stornieren) und wir stehen wie die Blöden da. Mittags müssen wir nach Santa Marta unseren Nachtbus bekommen und wir dürfen nun auf die Schnelle eine Alternative suchen. Viele Möglichkeiten bleiben uns nicht, da wegen der Osterferien fast alles ausgebucht ist.

Ich finde aber noch ein ganz neu eröffnetes Hostel in Medellin. Müssen wir halt sieben Nächte in der Stadt verbringen.

Bei Airbnb beschwere ich mich aber noch über diesen Host. Hoffe sie bekommt Ärger—darf doch echt nicht wahr sein. -.-

Was wir in Minca gesehen haben: einen kleinen grünen Kolibri, der seine Zuckertränke gegen alle anderen Kolibris verteidigt hat 🙂

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