Prachuap Khiri Khan | Koh Wai | Chantaburi | Bangkok

Prachuap Khiri Khan oder: Von stinkenden Bussen und Hunde-Rasselbanden

Wir sind etwas planlos, was wir die nächsten Tage noch machen, mein Unfall mit dem Motorbike und die Begegnung mit dem Affen hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir wollen aber unbedingt aus Krabi weg, wir möchten gerne wohin, wo nicht so viele Touris sind.
Nachdem uns zwei Leute unabhängig voneinander von Prachuap Khiri Khan erzählen, ist der Entschluss gefasst: dort geht es die nächsten Tage hin.
Wenn man auf die Karte schaut, liegt dieser Ort zwischen Bangkok und Sura Thani, also der perfekte Ort für uns.

Leider ist es etwas blöd dorthin zu kommen. Man kann den Nachtbus nach Bangkok nehmen, dann landet man aber ca. 3 Uhr Nachts dort, oder man kann mit der Bahn fahren, aber dafür muss man vorher ein Ticket besorgen. Da wir das weder wollen, noch haben, fahren wir einfach los.

Unser erstes Ziel ist Sura Thani. Wir fahren vormittags mit einem Minivan ab Krabi Town. Das dauert ca. 2,5 Std. Wir werden an einem Bus-Terminal raus gelassen und fallen wieder mal auf eine Touristen-Falle rein^^. Man man man! Wann lernen wir eigentlich was dazu?^^
Wir kaufen beim erstbesten ein Bus-Ticket nach Bangkok (man muss scheinbar IMMER für die ganze Strecke zahlen!) und checken nicht die anderen Läden (wo wir das Ticket 200 Baht günstiger bekommen hätten!).

Damit fängt dann auch die Tortur an. Der Minivan (der teurer und schneller als ein großer Bus ist), soll um 14 Uhr abfahren. Wir werden dann erstmal zu neunt in ein TukTuk, samt Gepäck gepfercht. Auf die Frage was das soll, wird uns erklärt, wir werden zum Bus gefahren. Hä!!??? Wieso kommt der Bus nicht hier her, an den Busterminal, wo alle Busse hinkommen?? Dann fährt das TukTuk los..und fährt…und fährt..und fährt… Wir sitzen wie die Ölsardinen eingequetscht und Koffer und Rucksäcke liegen auf uns. Irgendwann hält das TukTuk in einem Hinterhof an. Der Fahrer, der natürlich kein Englisch spricht, telefoniert immer wieder und zählt die Passagiere wieder und wieder durch. Er gibt uns zu verstehen, dass gleich der Minivan kommt. Zuvälligerweise macht auch direkt ein kleiner Shop auf, an der Stelle, wo das TukTuk gehalten hat. :p
Wir warten und warten..
Irgendwann steht da plötzlich ein großer Reisebus und wir werden aufgefordert einzusteigen. Wir fragen dort welche und die erzählen uns, das dies ein Touren-Bus von Koh Samui ist. Hahaha! Wir vermuten das der Minivan kaputt gegangen ist und die Agentur uns bei einem anderen Bus-Unternehmen untergebracht hat.
Ihr glaubt gar nicht, wie dieser Bus stinkt!! Es gibt eine Toilette an Bord und es muss etwas kaputt sein – vielleicht am Tank, es stinkt einfach nur erbärmlich nach Klo. Uääh..

Mit dem Minivan wären wir angeblich gegen 18 Uhr in Prachuap angekommen, mit dem Big Bus wird es nach 21 Uhr. Wir werden auch nur dort raus gelassen, weil wir die Map mit GPS anhaben. Wir hatten dem Fahrer drei Mal gesagt, das wir dort aussteigen wollen: „Yes yes.“ Zum Glück kontrollieren wir das aber.
Wir werden natürlich am Highway raus gelassen und nicht wie mit dem Minivan in der Innenstadt. Wir müssen über drei km in die Stadt laufen. Die Begegnungen mit den Heerscharen von wilden Hunden sind ziemlich abenteuerlich und gerne hätten wir einen Stock dabei.
Wir laufen und laufen. Bis die Füße qualmen. Wir finden aber ein wunderbares Hotel, das „Ountawan“. Es kostet 550 Baht pro Nacht, hat ein wunderbares Bett, eine tolle Aussicht und eine Klimaanlage. Ganz klare Empfehlung!
Wir bleiben drei Nächte. Man kann sicherlich viel länger hier bleiben, es gibt einiges zu tun.
Zwei Nationalparks können erforscht werden und es gibt einen wunderbaren Strand, Ao Manao, in Prachuap. Diesen erreicht man, wenn man durch ein Militärgelände (Wing 5) geht. Am Eingang muss man sich eintragen.

Am besten kann man das mit einem Rad oder Roller machen. Wir haben aber ein merkwürdiges Erlebnis mit einem Roller-Verleiher und stehen am Ende ohne Roller da. Daher latschen wir einfach zu Fuß. Die Strecke ist aber doch weiter als gedacht. Wir haben aber Glück und ein Ober-Offizier nimmt uns einfach so bis zum Strand mit. Voll gut! 🙂
Der Strand ist super! Ich kann nur leider nicht ins Wasser und nachdem wir einige Minuten in unseren Strandstühlen sitzen, fallen uns die Sandflies auf! Yay! Das wars—wir hauen wieder ab. Jochen ist erneut total zerstochen.
Dieses Mal werden die Beulen auch noch dicker als die anderen Male.

An dem anderen Tag fahren wir mit dem Roller zum Khao Sam Roi Yot Nationalpark, der ca. 60 Minuten Fahrtzeit von Prachuap entfernt liegt.
Als wir den Nationalpark durchfahren trauen wir unseren Augen nicht. Überall Garnelen-Farmen, die einfach in kein Naturschutzgebiet gehören!
In dem Nationalpark gibt es verschiedene Dinge, die man machen kann. Wir klettern über einen kleinen Berg (andere bezahlen ein Boot um nicht gehen zu müssen) und dann nochmal einen etwas steileren Weg hoch, um zu der Prayanakorn Cave zu gelangen.

„König Mongkut (Rama IV.), der sich sehr für die Naturwissenschaften interessierte, lud am 18. August 1868 mehrere Gäste ein, die von ihm berechnete Sonnenfinsternis in der Gegend des heutigen Nationalparks von Khao Sam Roi Yot zu beobachten. Die Sonne verfinsterte sich tatsächlich zum berechneten Zeitpunkt, doch holte sich der Monarch in den Sümpfen die Malaria, an der er zwei Wochen später verstarb.
Auch spätere Könige besuchten Sam Roi Yot, insbesondere die Phraya Nakhon-Höhle. Die Höhle besteht eigentlich aus zwei Höhlen, von denen die größere durch einen großes Loch in der Decke eindrucksvoll von Sonnenstrahlen erhellt wird. Für den Besuch von König Chulalongkorn (Rama V.) 1890 wurde der Kuha Karuhas Pavillon gebaut. Später kamen auch König Vajiravudh (Rama VI.) wie auch der gegenwärtige König Bhumibol Adulyadej (Rama IX.) hierher.
Der Nationalpark Khao Sam Roi Yot wurde am 28. Juni 1966 eröffnet.[1] Am 1. April 1982 wurde er auf die heutige Größe vergrößert. […]“ Quelle: Wikipedia

Dieser Ort ist magisch. Felsformationen und auch der kleine Tempel in der Höhle machen einen Besuch unvergesslich! Sehr lohnenswert! 🙂

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Prachuap Khiri Khan

In Prachuap Khiri Khan gibt es auch ein wunderbares veganes buddhistisches Restaurant, was ich Euch nicht vorenthalten möchte. Das „Suan Krua“. Bitte mal bei Tripadvisor auf die Map schauen.
Es gibt noch „The Curry Hut“, ein vegetarisches Restaurant mit veganen Gerichten, aber das hatte während unseres Aufenthaltes immer zu.

Was wir festgestellt haben: Im Dunkeln immer einen Stock dabei haben, um stärker zu sein als die dreimillionen Hunde 😉

 

 

Koh Wai oder: Back in Paradise oder: Der wild gewordene Franzose! oder: Oh wai, oh wai!

Wir sind mit Freunden in Bangkok verabredet. Daher kaufen wir uns zwei Tage zuvor ein Zugticket, dem besten Verkehrsmittel um von Prachuap weg zu kommen. Da wir einiges vor haben, müssen wir den Zug um 4 Uhr nehmen. Als wir am Bahnhof ankommen, werden unsere Tickets kontrolliert. Einige Minuten später kommt ein weiterer Bahnmitarbeiter und möchte unser Ticket ebenfalls sehen. Er verschwindet damit in seinem Zimmerchen. Als er wieder kommt, soll Jochen mitgehen. Ich sitze da im Dunklen am Bahnhof und fühle mich unwohl. Wer weiß was da passiert!?
Unser Zug hat aber „nur“ zwei Stunden Verspätung und der nette Kollege hat das Ticket auf den Zug davor umgebucht, der ebenfalls zwei Stunden Verspätung hat! 😀 Haha, super! 😉 Und sehr sehr nett! Nun fahren wir pünktlich mit einem verspäteten Zug ab. 🙂
Die Zugfahrt ist lange nicht so bequem wie in einem ICE und wieder mal denke ich, ich würde gerne mal einen der meckernden DB-Gäste für wenige Minuten in solch einen Zug beamen. Glaub sie kämen zufrieden zurück! 😉

Wir treffen unsere Freunde pünktlich im MBK und machen uns mit ihnen auf den Weg Richtung Trat. Wir schlafen wieder im gleichen Hotel wie einige Wochen zuvor. Alles super.

Am nächsten Tag gehen wir in das Bangkok Hospital, wo ich meine dritte Tollwut-Spritze bekomme. Als wir die Rechnung bekommen, staunen wir nicht schlecht: 2100 Baht. Mehr als das Doppelte im Vergleich zu Krabi. Alleine das Serum soll das Doppelte kosten. Nachdem wir unsere Rechnungen aus Krabi zücken, wird immerhin der Serum-Preis halbiert und wir müssen „nur“ noch 1600 Baht zahlen. Das ist ja allerhand, dass die versuchen mehr rauszuholen! Daumen runter!

Und dann geht es endlich wieder nach Koh Wai, dem wunderbaren Paradies!
Dieses Mal nehmen wir den direkten Weg. Es gibt am mittleren Pier eine Speedboat-Verbindung. 14.30Uhr. Das Boot fährt mit vier Motoren und wir sind innerhalb von 30 Minuten auf Koh Wai.
Aaaah herrlich! Das ist DER Ort! Ben und Alex sind genauso begeistert wie wir und froh mit uns hier zu sein. Wir verbringen die Tage mit schwimmen und sonnen. Uns geht es einfach nur wunderbar.

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Einige Tage später kommen sogar noch zwei weitere Freunde zu Besuch. Allerdings hält das Glück nicht lange.
Die Bekanntschaft zu einem französischen Pärchen wird unser Verhängnis.

Wir gehen aber erst noch mit guter Laune durch den Dschungel auf die andere Seite der insel, wo wir einen fantastischen Sonnenuntergang sehen. Diese Farben!

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Jan Sonnenuntergang auf Koh Wai

Dieser Teil der Insel schaut ganz anders aus. Es könnte eine komplett andere Insel sein! Als wir zurück gehen, sind wir froh eine Lampe dabei zu haben, denn obwohl es noch nicht ganz dunkel ist, ist es, sobald wir im Dschungel sind, stockfinster. Diese Dschungel-und Nachtwanderung ist schweißtreibend und wir kommen klatschnass auf der anderen Seite an. 😀

Eigentlich wollen wir nun einen lustigen Abend verbringen, denn David und Jan sind nur für ein paar Tage gekommen. Als wir bei den Jungs in der Hütte ankommen ist schon etwas Rum geflossen und die Stimmung ist gut. 😉 Auch die Franzosen sind dabei. Bei denen scheint es aber gerade nicht so zu passen, denn die beiden fangen an zu streiten. Der Streit fängt an zu eskalieren und die beiden gehen aufeinander los. Wir versuchen zu schlichten, aber leider funktioniert das gar nicht. Marcel, der Franzose geht auf seine Freundin los und die Jungs greifen ein—das geht gar nicht. Daraufhin rastet Marcel völlig aus und als wir ihn endlich von der Terrasse bekommen haut er in den Mülleimer und verletzt sich dabei an einer Glasflasche. Nun fließt Blut. Na sauber.
Die Jungs bringen Marcel, nach vorne zur Rezeption, wo er weiter ausrastet und einfach völlig außer Kontrolle ist. Das ganze läuft darauf hinaus, dass er mit einem Boot nach Koh Chang gefahren wird.
David hat einige Brocken von dem Französischen verstanden, er hat seiner Freundin vorgeworfen, welche Männer ihr alle hinterher gaffen. Also krankhaft eifersüchtig. Dazu dann Alkohol und schon ist man in einer ganz tollen Situation. Nochmal vielen Dank an Marcel! Am nächsten Tag werden wir nämlich gebeten die Insel zu verlassen.
Nach der ganzen Aktion wollen wir erst mal selber den Ort verlassen—zu krass war das Erlebnis. Wir erzählen Euch zu Hause mehr dazu. Der Gedanke ist zwar da diese Geschichte nicht aufzuschreiben, aber auch schlechte Erfahrungen gehören zu so einer langen Reise und daher habe ich sie doch erzählt. Außerdem hat sie den Urlaub maßgeblich verändert. Denn eigentlich wollten wir bis zum 19.1. hier bleiben.
Uns geht es aber allen gut, wir haben uns nur furchtbar erschrocken, wie sich das Blatt wenden kann und jmd. total die Beherrschung verlieren kann. Wie in einem schlechten Psycho-Thriller!
Am nächsten Tag verlassen wir also ziemlich niedergeschlagen Koh Wai.

Chantaburi oder: Whatever!?

Jochen und ich bleiben noch eine Nacht in Trat, da ich am nächsten Tag meine vierte Tollwut-Spritze bekomme. Dieses Mal bezahlen wir 900 Baht. Kein Grund zu meckern. 😉

Wir fahren danach Richtung Chantaburi, wo wir die Jungs nochmal für eine Nacht treffen. Es tut gut sich nochmal zu sehen, aber der Ort (40 Minuten von Chantaburi, am Meer) ist nicht der Rede Wert und am nächsten Tag trennen sich unsere Wege leider.
Nochmal vielen Dank für die tolle Zeit, Alex, Ben, David und Jan! 🙂

Wir schlafen dann noch eine Nacht direkt in Chantaburi, aber wir sind immer noch etwas angeschlagen von unserer Koh Wai-Geschichte und sind wenig motiviert. Es gibt hier einen Nationalpark und noch ein paar andere Dinge zu tun, aber wir bleiben einfach nur in der Stadt im Park und entspannen dort.

Es gibt hier aber zwei wunderbare buddhistische vegane Restaurants!
Das eine heißt bei der Happy Cow App „Veg Buffet“ und das andere „Fine Juicy Kitchen“. Wir essen bei beiden und sind sehr zufrieden. Da kann man sehr gut hingehen.

Bangkok oder: Mushroom, there is always room for mushrooms!

Am nächsten Tag machen wir uns dann auf den Weg nach Bangkok, wo wir insgesamt vier Nächte schlafen. Eigentlich haben wir uns bei der letzten Thailand-Reise geschworen, nie wieder so lange in Bangkok zu bleiben, aber nun ist es halt so und wir machen das Beste daraus.
Wir schlafen dieses Mal nicht bei der Khao San Road, sondern mal in einem anderen Viertel, Sukhumvit. Die „Lodge 61“ empfehlen wir als günstiges Hotel gerne weiter. Direkt vor der Tür fährt der Skytrain, mit dem wir jeden Tag durch Bangkok fahren.

Wir schauen uns Chinatown an, was uns aber nicht so gut gefällt wie in Sidney. Hier ist es über eine sehr große Fläche verteilt und es ist schwer die Orientierung zu finden. Aber auch hier finden wir „Jay“-Food. Chinesische vegane Pfannkuchen mit Kokosnuss-Füllung. So köstlich!

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Pfannkuchen mit Kokosfüllung Chinatown/Bangkok

Im Lumpini-Park wollen wir uns in den Hängematten ausspannen, aber schon nach 15 Minuten kommt ein Security-Mitarbeiter, der uns sagt, das dürften wir nicht. Miesepeter! Der ist sicher nur neidisch auf unseren chilligen Platz! :p

Den Chatuchak-Wochenendmarkt verpassen wir leider. Dort gibt es alles was das Herz begehrt. Oder auch nicht. Dort werden u.a. lebende Tiere verkauft und ein tierliebes Herz erfreut der Anblick sicher nicht. Wir schauen uns dort aber Mittwochs den Blumenmarkt an, der wesentlich kleiner ist und ohne lebenden Tieren—außer ein paar riesigen Strassenkatern, die mürrisch ihre Runden ziehen.. 😉
Ganz in der Nähe gibt es aber bei der JJ Mall (haha geiler Name) die „The vegetarian Society“, ein kleiner veganer Foodcourt. In der Happy Cow App ist sehr gut beschrieben, wie man dort hingelangt. Es gibt hier wunderbares, veganes Essen. Auch Jochen findet seine geliebten Pilze, die es her in Thailand in fast allen buddhistischen Foodstalls gab. Dieser Ort ist wirklich wunderbar, wenn man das typische „Jay-Food“ mag!

Wir gehen auch noch drei Mal in die „Veganerie“, wo es die köstlichsten Waffeln gibt, die ich je gegessen habe und auch in das MBK, wo es in der sechsten Etage leckeres Essen gibt.

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Veganerie/ Bangkok

Nun ist der 20.1. und der letzte Tag in Thailand ist vorbei. In 5,5 Std. klingelt der Wecker und es geht zum Flughafen. Auf auf zu den Philippinen! Wir waren jetzt ganze acht Wochen hier—das reicht. Es war eine wunderbare Zeit, aber nun freuen wir uns auf einen Tapetenwechsel.
Liebe Grüße in das kalte Deutschland!

 

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